ObjektnummerBEN.B 2004/3
Ruhende Diana
SerientitelAus: "Folge der großen Götter des Heidentums"
KurztitelRuhende Diana
ObjektbezeichnungPorzellanfigur
Modell von
Johann Wilhelm Lanz
(1725 - 1760)
Hersteller*in
Porzellanmanufaktur Frankenthal
(1755-1799)
Datierung1759/1762
Material/TechnikPorzellan, mit Muffelfarben bemalt, Vergoldung
Maße(H x B x T): 30 × 16,6 × 12,8 cm
BeschreibungFigurengruppe auf länglichem Rocaillesockel mit Goldstaffierung. Dargestellt ist die schlafende Göttin Diana mit zwei Jagdhunden. Sie sitzt auf einem Baumstumpf und lehnt sich an den Ast, der aus diesem emporwächst. Sie ist unbekleidet, nur ein Stück gelben Stoffs mit Blumen verdeckt mit einem Zipfel ihre Blöße. Dieses ist zwischen ihr und dem Baumstamm eingeklemmt, dient ihr also auch als Sitzunterlage. Sie stützt das rechte Bein auf einem Stein ab, das linke etwas tiefer auf dem Sockel. Der rechte Arm ist über ihrem Kopf angewinkelt, was als das typische Zeichen des Schlafes in der Antike galt. Die linke Hand liegt entspannt auf ihrem linken Bein und hält das Stück Stoff am Platz. Der Kopf ruht auf einer länglichen roten Nackenrolle mit goldenen Troddeln, die in die Astgabel eingeklemmt ist. Ihre bräunlichen Haare sind nach hinten gebunden und fallen dabei leicht über ihre linke Schulter nach vorne. Über der Stirn trägt sie ein Diadem mit einem goldenen Halbmond, und zu ihren Füßen liegt ein Köcher mit Pfeilen, was sie als Göttin des Mondes und der Jagd ausweist. Die beiden Jagdhunde sind stehend dargestellt, mit weißem, schwarz gepunktetem Fell. Einer der beiden befindet sich parallel zum rechten Oberschenkel der Göttin, der andere unter ihrem Bein, beide wachen mit grimmigem Ausdruck über den Schlaf ihrer Herrin. Diese Figur, deren Modell noch aus der Straßburger Zeit der Manufaktur stammt, ist Teil des großen Götterzyklus, welcher unter Johann Wilhelm Lanz und Johann Friedrich Lück in Frankenthal entstand. Dieser umfasst Haupt- und Nebengottheiten der griechischen und römischen Antike, die vornehmlich als Einzelfiguren dargestellt wurden. Die Figuren sind in etwa alle gleich groß und konnten als Tafelaufsätze miteinander kombiniert werden.
Bearbeiterin: Caroline Vogel
Klassifikation(en)
Herstellungsort
Copyright DigitalisatFoto: Walter Klein, Jochen Stapel
Literatur/QuellenHeuser, Emil: Porzellan aus Strassburg und Frankenthal im 18.Jahrhundert, Neustadt an der Haardt 1922 (Faksimile-Nachdruck: Landau 1988), S. 10;Portenlänger, Franz Xaver: Der große Götterzyklus der Porzellanmanufaktur Frankenthal 18. Jahrhundert, Speyer 1994, S. 4 ff.;
Willems, Charis: Antike im Frankenthaler Porzellan, in: AK Der Pfälzer Apoll. Kurfürst Carl Theodor und die Antike an Rhein und Neckar, hrsg. Von Kunze, Max, im Auftrag der Winkelmann-Gesellschaft, Ruhpolding und Mainz 2007, S. 211–222, hier: S. 214; Beaucamp-Markowsky, Barbara: Frankenthaler Porzellan, Bd. 1: Die Plastik, München 2008, S. 200 f.;
Overdick, Michael, Frankenthaler Porzellan. Geschichte, Motive, Dekore, in: Stiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 14–54, hier: S. 27;
PublikationenStiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 64, 71.
In Sammlung(en)
Institution
Stiftung Schloss und Park Benrath
Abteilung
Museum Corps de Logis
Stempel/ZeichenBlaumarke: Aufsteigender Löwe, JAH (Ligiert)
Ritzmarke: Via [?, unleserlich]
Position: Unter dem Sockel
ca. 1480