ObjektnummerBEN.B 180
Diana und Aktäon
KurztitelDiana und Aktäon
ObjektbezeichnungPorzellanfigur
Modell von
Franz Conrad Linck
(1730-1793)
Hersteller*in
Porzellanmanufaktur Frankenthal
(1755-1799)
Datierungnach 1762
Material/TechnikPorzellan, mit Muffelfarben bemalt, Vergoldung
Maße(H x B x T): 31,5 × 19,3 × 22,5 cm
BeschreibungGroße, pyramidal komponierte Figurengruppe auf Rocaillesockel. Zentrum der Gruppe bildet die unbekleidete Jagdgöttin Diana. Sie sitzt auf einem Mauerstück mit den Füßen im Wasser. Hinter ihr ragt ein Baumstumpf in die Höhe. Während sie mit dem Oberkörper eine Drehung nach links vollzieht, wendet sie den Kopf nach rechts. Mit der rechten Hand rafft sie zur Bedeckung ihrer Scham einen Zipfel der geblümten Decke, die ihr als Sitzunterlage dient. Mit der Linken holt sie nach hinten aus, um mit einer wassergefüllten Muschel den Jäger Aktäon zu bespritzen, der links hinter dem Mauerstück kniet und sie sehnsuchtsvoll anschaut. Aktäon ist in einen weißen, geblümten Mantel gehüllt. Des Weiteren ist er mit einem dunkelblauen Wams und einer Tunika mit reich verzierten Ärmeln bekleidet. Das aus seinem Kopf wachsende Geweih deutet auf den Beginn der tragischen Verwandlung, mit der Diana ihn für den ungebührlichen Blick auf ihren nackten Körper bestraft. Rechts sitzt auf dem Boden eine Nymphe. Bekleidet ist sie mit einem geblümten Kleid, das ihre Brüste frei lässt. Sie ist dabei, Diana mit einem Schwamm die Füße zu waschen. Doch nun scheint sie angesichts des dramatischen Geschehens inne zu halten.Lincks Darstellung orientiert sich eng am Wortlaut Ovids (Metamorphosen 3, 131-252).
Bearbeiter: Michael Overdick
Klassifikation(en)
Herstellungsort
Copyright DigitalisatFoto: Walter Klein, Jochen Stapel
Literatur/QuellenLanz, Hans: Porzellan des 18. Jahrhunderts im Kirschgarten (Pauls-Eisenbeiss-Stiftung Basel, Historisches Museum), Basel 1977, S. 88, Nr. 51; Hofmann, Friedrich H.: Frankenthaler Porzellan, 2 Bde., München 1911 , Nr. 309;
Werhahn, Maria Christiane: Der kurpfälzische Hofbildhauer Franz Conrad Linck (1730 1793), Neuss 1999, S. 38, Nr. 1;
Stiehler, Marius: Diana im Bade, in: L’eau – La Vie. Mythos Wasser Mensch, hg. von Marius Stiehler und Natasa Janus, Solingen 2015, S. 24–28, hier: S. 27 f;
Gruben, Eva-Maria: Diana und Aktaeon, in: Uerscheln, Gabriele (Hrsg.): "Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib...". Frauengestalten des Mythos im Zwielicht, Köln 2009, S. 198, Nr. 37.
PublikationenMarkowitz, Irene: Frankenthaler Porzellan in Schloß Benrath. Figuren (Stadtgeschichtliches Museum Düsseldorf. Schloß Benrath, Bildheft 1), 2. Auflage, Düsseldorf 1984, Nr. 26;
Stiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 20100, S. 64, 71;
Uerscheln, Gabriele (Hrsg.): "Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib...". Frauengestalten des Mythos im Zwielicht, Köln 2009, S. 198, Nr. 37.
In Sammlung(en)
Institution
Stiftung Schloss und Park Benrath
Abteilung
Museum Corps de Logis
Stempel/ZeichenBlaumarke: CT (Ligiert) mit Kurhut;
Buntmarke: Hi [?, i undeutlich] (Purpur)
Position: In der Höhlung unter den Fuß 4 halbrunde Stege. An der Innenseite eines der Stege seitlich die Blaumarke, daneben die Buntmarke.
Peter-Anton von Verschaffelt
um 1760