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BEN.B 1971/6 - Die Tragödie
Die Tragödie
BEN.B 1971/6 - Die Tragödie
BEN.B 1971/6 - Die Tragödie
Foto: Walter Klein, Jochen Stapel
ObjektnummerBEN.B 1971/6

Die Tragödie

älterer TitelDie Kurpfalz trauert um den Wegzug des Hofes
KurztitelDie Tragödie
ObjektbezeichnungPorzellanfigur
Modell von (1730-1793)
Hersteller*in (1755-1799)
Datierung1779
Material/TechnikPorzellan, mit Muffelfarben bemalt, Vergoldung
MaßeMaße in cm (HxBxT): 21x31x17
BeschreibungFigurengruppe auf unregelmäßig polygonalem, gestuftem Sockel. Den Mittelpunkt der Gruppe bildet eine prachtvoll gekleidete sitzende Frauengestalt, die gekennzeichnet ist von Trauer und Verzweiflung. Ihr Körper ist zur Seite gesunken, der Blick geht nach oben ins Leere. Mit dem Ellbogen des linken Arms stützt sie sich auf einen Tisch. Ihr nach vorne gerichteter rechter Arm wird in fürsorglicher Weise von einem Putto gehalten. In der Hand hält sie einen Dolch. Zu Füßen der Dame findet sich ganz links ein zweiter Putto. Er sitzt auf einem am Boden liegenden Harnisch und hält einen Helm in seinen Händen. Zu der Kampfausrüstung gehört wohl auch das Schwert auf der Stufe im Vordergrund. Ganz rechts hinter dem Tisch steht in leicht gebeugter Haltung eine schlicht gekleidete Zofe, die sich ein Schnupftuch vor das Gesicht hält. Auf dem Tisch liegt ein Samtkissen mit Krone und Zepter. Davor steht auf dem Boden eine Urnenvase, um die ein Tuch gewickelt ist.
Die von Heuser vorgeschlagene Deutung als „Bestürzung der Stadt Mannheim und der Pfalz wegen der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Carl Theodor von Mannheim nach München“ ist widerlegt. Es handelt sich vielmehr um eine Allegorie des Trauerspiels. Als Vorlage diente ein 1771 geschaffener Stich von Manuel Salvator Carmona (1734–1820). Dieser wiederum bezieht sich auf ein Gemälde, das Carle Vanloo (1705–1765) 1752 als Supraporte für das Château de Bellevue der Madame de Pompadour geschaffen hatte. Das Gemälde findet sich heute – zusammen mit der Darstellung der Komödie als Pendant – im Puschkin-Museum Moskau. Der Vergleich mit der Vorlage zeigt, dass die Figur der Zofe eine Zutat des Modelleurs darstellt. Sie fungiert kompositorisch als Ersatz für den Vorhang, der bei Vanloo die rechte obere Ecke des Bildes füllt.
In der Frankenthaler Manufaktur wurde das Motiv auch als Malerei auf Porzellantäfelchen umgesetzt.

Bearbeiter: Michael Overdick
Copyright DigitalisatFoto: Walter Klein, Jochen Stapel
Literatur/QuellenHeuser, Emil: Porzellan aus Strassburg und Frankenthal im 18.Jahrhundert, Neustadt an der Haardt 1922 (Faksimile-Nachdruck: Landau 1988), S. 171 ff.;
Carle Vanloo. Premier peintre du roi (Nice, 1705 – Paris, 1765), Ivry 1977, S. 70; Swoboda, Franz: (Katalogtext) Vierfigurengruppe sog. Trauer Mannheims über den Verlust des Herrschersitzes 1778, in: Wittelsbach und Bayern, Bd. III/2: Krone und Verfassung. König Max I. Joseph und der neue Staat, München / Zürich 1980, S. 30–31.;
Parrondo, Juan Carrete: En la España ilustrada. Manuel Salvador Carmona, Madrid 1986, S. 63;
Werhahn, Maria Christiane: Der kurpfälzische Hofbildhauer Franz Conrad Linck (1730 1793), Neuss 1999, S. 146 ff.;
Beaucamp-Markowsky, Barbara: Frankenthaler Porzellan, Bd. 1: Die Plastik, München 2008, S. 452 ff.;
Overdick, Michael, Frankenthaler Porzellan. Geschichte, Motive, Dekore, in: Stiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 14–54, hier: S. 23 ff.
PublikationenMarkowitz, Irene: Frankenthaler Porzellan in Schloß Benrath. Figuren (Stadtgeschichtliches Museum Düsseldorf. Schloß Benrath, Bildheft 1), 2. Auflage, Düsseldorf 1984, Nr. 23.
als Anlage 2 Zeitungsausschnitte der Tagespresse: 1 undatiert unbekannter Herkunft; 1 NRZ v. 21.Aug. 1971
Stiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 64.
ProvenienzLaut der vorhandenen Korrespondenz konnte ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Figur um die 1945 aus dem Museum in Speyer gestohlene Figur handelt.
Stempel/ZeichenCT (Ligiert) mit Kurhut, 79 Position: Sockelstütze innen
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Wolfgang Amadeus Mozart
09.10.1993 (1993/1994)
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23.09.2004 (2004/2005)
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