ObjektnummerBEN.B 1995/4
Herkules mit zwei Putten
KurztitelHerkules mit zwei Putten
ObjektbezeichnungPorzellanfigur
Modell von
Johann Peter Melchior
(1742-1825)
Hersteller*in
Porzellanmanufaktur Frankenthal
(1755-1799)
Maler*in
Matthäus Wild
(1734 - 1790)
Datierung1787
Material/TechnikPorzellan, weißglasiert
Maße(H x B x T): 13 × 15,4 × 14 cm
BeschreibungPyramidal angelegte Figurengruppe auf Felssockel. Auf der obersten Stufe des Felsens sitzt Herkules mit seitlich abgewinkeltem linkem Bein. Seine linke Hand ist auf der Sitzfläche abgelegt, die rechte Hand ist in einer Geste der Verzweiflung über den nach rechts geneigten Kopf geführt. Das über den Kopf gezogene Löwenfell fällt über den Rücken nach unten und schlingt sich seitlich über den linken Oberschenkel, so dass die Scham bedeckt ist. Neben dem Helden befinden sich zwei geflügelte Putti, die das Ende seiner Keule ins Feuer halten.Im Frankenthaler Ausstellungskatalog von 2005 wird die Gruppe als „Sieg der Schwachen über die Stärke“ gedeutet. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Melchior den tragischen Tod des Herkules thematisiert hat. Im guten Glauben, verhindern zu können, dass Herkules sich in eine andere verliebt, hatte seine Gattin Deineira ihm ein Hemd zukommen lassen, das mit dem Blut des Kentauren Nessos getränkt war. Kaum hatte Herkules das Hemd übergezogen, verschmolz es mit seiner Haut und bereitete ihm unbeschreibliche Schmerzen. Die einzige Möglichkeit der Erlösung bestand darin, auf dem Berg Öta einen Scheiterhaufen zu errichten und sich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen.
Bearbeiter: Michael Overdick
Klassifikation(en)
Herstellungsort
Copyright DigitalisatFoto: Archiv SSPB
Literatur/QuellenChrist, Alexa-Beatrice: Frankenthaler Porzellan in der Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung Darmstadt, Stuttgart 2006, S. 102, Nr. 17; Hofmann, Friedrich H.: Frankenthaler Porzellan, 2 Bde., München 1911, Nr. 604;
Hürkey, Edgar J.: Johann Peter Melchior in Frankenthal, in: Thelen, Klaus (Red.): Johann Peter Melchior 1747–1825. Bildhauer und Modellmeister in Höchst, Frankenthal und Nymphenburg, Gelsenkirchen 1997, S. 139–157, hier: S. 150 f.;
Die Kunst Porcelain zu machen. Frankenthaler Porzellan 1755–1800, hg. von Edgar J. Hürkey, Frankenthal 2005, S. 210, Nr. 268;
Schindler, Birgit-Brigitte: Frankenthaler Porzellan (Pfalzgalerie Kaiserslautern. Bestandskatalog der Kunsthandwerklichen Sammlung III), Kaiserslautern 2001, S. 28 ff.
PublikationenStiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 72,77.
In Sammlung(en)
Institution
Stiftung Schloss und Park Benrath
Abteilung
Museum Corps de Logis
Stempel/ZeichenBlaumarke: CT (Ligiert) mit Kurhut, 2 Punkte unterhalb, 87
Ritzmarke: W No. 3
Position: Unter dem Sockel