Object numberBEN.B 284
Die Bildhauerei
KurztitelDie Bildhauerei
NamePorzellanfigur
Hersteller*in
Porzellanmanufaktur Frankenthal
(1755-1799)
Date1774
MediumPorzellan, mit Muffelfarben bemalt, Vergoldung
Dimensions(H x B x T): 22,5 × 17,7 × 19,9 cm
DescriptionGruppe von drei Knaben auf rocaillegerahmtem Sockel mit Grasbewuchs. Zentrum der Darstellung ist eine seitlich auf ein Holzgestell mit Fellunterlage gelegte Urnenvase. Einer der Knaben hat sich über die Vase gebeugt, um sie mit Hammer und Meißel zu bearbeiten. Dabei stützt er sich mit dem linken Knie auf den Vasenfuß. Bekleidet ist er mit einem geblümten, knielangen „Overall“. Um die Hüfte hat er ein mit gelben und blauen Streifen verziertes Tuch geknotet. Auf dem Kopf trägt er einen weißen Turban mit violetten Streifen. Dem arbeitenden Knaben gegenüber steht in Schrittstellung der zweite Knabe und sichert mit seiner linken Hand die Vase vor dem Verrutschen. Zwischen seinen Beinen liegt eine Säule auf dem Boden. Er trägt eine gelbe Kniehose und eine kurzärmelige, geblümte Jacke, unter der ein Hemd mit gerüschten Ärmeln und gerüschtem Kragen hervorschaut. Sein Kopf ist unbedeckt. Ein um die Hüfte geknotetes weißes Tuch fällt hinter ihm bis auf den Boden. Der dritte Knabe steht aufrecht mit ausgebreiteten Armen neben den beiden anderen. Er trägt eine schwarze Kniehose, eine kurzärmelige, mit einem Schuppenmuster verzierte Jacke mit Goldfransen und blütenförmigen Knöpfen, ein gerüschtes Hemd und ein weißes Barett, das mit einer den Jackenknöpfen gleichenden Blüte besetzt ist. Über seinen rechten Arm hat er ein bodenlanges weißes Tuch gelegt.Die Bildhauer-Gruppe erinnert an die Frankenthaler Gruppe „Das Kinderterzett“ (Beaucamp-Markowsky 2008, S. 550 ff.), die nach einem Gemälde Carle van Loos‘ aus einer Serie von Darstellungen der Künste geschaffen wurde. Vergleichbar erscheinen nicht nur der Figurenmaßstab und der Kindertypus, sondern auch die leicht ins Phantastische spielende, an Theaterkostüme erinnernde Kleidung. Gleichwohl konnte die naheliegende Vermutung, dass die Bildhauer-Gruppe ebenfalls auf einer Komposition van Loos‘ basiert, bislang nicht bestätigt werden.
Hofmann hatte Peter Anton Verschaffelt als Modelleur der Bildhauer-Gruppe angesehen. Doch bereits Heuser äußerte gewisse Zweifel und verwies stattdessen auf den engen Zusammenhang mit einer Reihe von Kinderfiguren mit dicken, runden Köpfen. Walter Jarosch schloss sich Heuser an und verwies zudem auf einen möglichen Zusammenhang mit dem „Kinderterzett“. Darüber hinaus schlug er vor, den „Meister der Kinder mit den dicken, runden Köpfen“ mit Johann Michael Offenstein zu identifizieren.
Bearbeiter: Michael Overdick
Klassifikation(en)
Absendeort
Copyright DigitalisatFoto: Walter Klein, Jochen Stapel
Exhibition History"Die Vasen der Manufaktur Frankenthal", Kurpfälz. Mus. Heidelberg, 04.12.05-05.03.06
Bibliography TextHofmann, Friedrich H.: Frankenthaler Porzellan, 2 Bde., München 1911, Nr. 564;Heuser, Emil: Porzellan aus Strassburg und Frankenthal im 18.Jahrhundert, Neustadt an der Haardt 1922 (Faksimile-Nachdruck: Landau 1988), S. 296;
Jarosch, Walter: Die Porzellanfiguren des Meisters der Kinder mit den dicken, runden Köpfen, in: Frankenthal einst und jetzt 1995, S. 21–25, hier: S. 23 f.;
Beaucamp-Markowsky, Barbara: Frankenthaler Porzellan, Bd. 1: Die Plastik, München 2008, S. 550 ff.
Published ReferencesDie Vasen der Manufaktur Frankenthal, bearb. von Carl Ludwig Fuchs, Heidelberg 2005, Nr. 101;
Markowitz, Irene: Frankenthaler Porzellan in Schloß Benrath. Geschirre und Gefäße (Stadtgeschichtliches Museum Düsseldorf. Schloß Benrath, Bildheft 4), Düsseldorf 1989, Nr. 40;
Stiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 64.
Collections
Institution
Stiftung Schloss und Park Benrath
Department
Museum Corps de Logis
MarkingsBlaumarke: CT (Ligiert) mit Kurhut, 74
Position: unter dem Sockelboden