Anbetender Mönch

Objektbezeichnung: Skulptur

Objektbeschreibung:
Die Hände der Ordensbruderdarstellung führen die namaskara-mudra aus, die Begrüßungs- oder Ehrehrbietungsgeste. Wohl eine Stifterinschrift befindet sich auf dem Sockel.

Die von der Mönchsabbildung ausgeführt Gebets-Geste wird auch heute noch in vielen Ländern Asiens als Begrüßung gepflegt. Im sakralen Dialog vor einer Buddha-Darstellung findet sie immer Anwendung; aber traditionell auch bei einem Gespräch mit einem buddhistischen Mönch.

Die mit einem solchen Gestus hier abgebildete Figur ist in der Regel eine Verkörperung des Lieblingsjüngers Buddhas, Ananda. Dieser war ein Verwandter des Erhabenen, dessen engster Vertrauter und ein äußerst wichtiger Gefolgsmann für die authentische Lehrübertragung.
Die Skulptur kann aber auch genauso gut die bildnerische Vergegenwärtigung eines weiteren, besonders wichtigen Mönches mit dem Namen Mahakashypapa sein. Dieser stand dem ersten buddhistischen Konzil vor. Der Tradition nach soll es in einer Höhle bei Rajagrha, im heutigen Bundesstaat Bihar, im indischen Nordosten, gleich nach dem Tode Buddhas (ca. 563 bis 483 v. Chr.; diese Daten sind umstritten) stattgefunden haben.

Siam: Lan Na-Stil
Der in das 13. bis 20. Jh. zu verortende Chieng Saen-, beziehungsweise Lan Na-Stil hatte sich im Norden des heutigen Thailands herausgebildet. Das zeitnah zum Sukhothai-Reich (13. bis 15. Jh.) gegründete Lan Na mit seiner im Jahr 1296 ausgerufenen Hauptstadt Chieng Mai - sie ist die zweitwichtigste Stadt Thailands geblieben - war als Königreich bis 1775 unabhängig. Dann wurde es von jenem dem Sukhothai nachfolgenden Ayutthaya-Reich (1350 bis Ende 18. Jh.) im Rahmen nationaler Einigungsbestrebungen Siams annektiert.
Diese Kunst des Nordens weist starke Einflüsse des Indischen und jene des Pala- wie Sena-Stils ((8. bis zum 12. Jh. sowie des 11. und 12. Jh.) auf. Typische Merkmale der Lan Na-Periode sind oft niedergeschlagene, nahe bis an die Schläfen führende Augen, von Konturlinien betonte Lippen, ein durch ovale Eingravierung betontes Kinn und eine schöne grüne Patina, bedingt durch den hohen Kupferanteil der Legierung, der bei der Bronze-Herstellung noch Zinn beigefügt wurde. Der natürliche Alterungsprozess einer Bronze, der vor allem durch Feuchtigkeit und Luftkontakt hervorgerufen wird, aber auch künstlich erzeugt werden kann - und immer wieder wird -, ist als unberührte, ganz natürlich herausgebildete Patina auch ein sicherer Hinweis für die Echtheit eines Objekts. Eine besonders schöne Patina ist daher ein Qualitätsmerkmal.
Nun ist bei Kunsthandelsobjekten in der Regel nicht zu sagen, auf welche Weise sie eingesammelt wurden. Allein die - wenn überhaupt vorhandene Liste der Vorbesitzer - sagt in der Regel etwas über ihre Provenienz aus. So besteht immer die grundsätzliche Möglichkeit, dass eine Patina bei den hier zu betrachtenden Objekten nicht allein durch Umwelteinflüsse im sakralen Gebrauch entstanden ist, sondern wahrscheinlicher - wie bei Grabungen gesicherten Exemplaren - durch die besondere Bodenbeschaffenheit ihres Fundortes hervorgerufen wurde und jene für Lan Na-Skulpturen sprechende grünfarbene, nahezu an den Halbedelstein Malachit erinnernde Anmutung gebildet hat.

Die Kultbilder Siams wurden nicht nur vor dem Hintergrund verschiedener Dynastien erschaffen, sie werden auch nach den mit den ihnen verbundenen Herrschern, Reichen oder nach den Hauptstädten ihrer einzelnen Länder bezeichnet. Das aus eigenständigen Reichen bestehende alte Siam wurde durch die birmanische Kultur, die der Khmer sowie durch jene aus Laos beeinflusst. Der von den Mon-Völkern geprägte Kunststil war von herausragender Bedeutung, zudem die Rezeption südindischer Plastik.
Die Kultur des Sukhothai-Reiches ab dem 13. Jh. wird als Wiege der autonomen Kunst Siams verstanden. Ihre wohl größte Leistung ist die Abstraktion verfeinerter, wie aus dem Grafischen kommender Vergegenwärtigung. Es ist eine Darstellung der Weltabgewandtheit, in der das Buddha-Bild das Antlitz des Aristokratischen erhält.

W. Alberg
Die Hände der Ordensbruderdarstellung führen die namaskara-mudra aus, die Begrüßungs- oder Ehrehrbietungsgeste. Wohl eine Stifterinschrift befindet sich auf dem Sockel.

Die von der Mönchsabbildung ausgeführt Gebets-Geste wird auch heute noch in vi …
Maße:
H 21,5, B 15,3, T 9,2 cm
Material/Technik:
Bronze mit grauer Patina und Resten vormaliger Vergoldung

Datierung: 14. Jahrhundert

Entstehungsort: Siam

Institution: Kunstpalast (MKP Skulptur/Angewandte Kunst)

Objektnummer: mkp.P 2005-1177

Provenienz:
Schenkung von Prof. Dr. Dr. h. c. Bruno Werdelmann, Ratingen, 25.10.2004

Schlagwort: Bronze

Schlagwort: Gold

Schlagwort: Lan Na-Stil

Schlagwort: namaskara-mudra

Schlagwort: Religion (Religion und Magie)

Klassifizierung: Skulptur

Permalink: http://www.duesseldorf.de/dkult/DE-MUS-038015/424841