Anatol

Objektbeschreibung:
Inhalt:

Die Frage an das Schicksal:
Anatol diskutiert mit seinem Freund Max über das Problem, dass ein Mann niemals sicher wissen kann, ob eine Frau ihm treu ist oder nicht. Er selbst vertritt die These, dass eine Frau - Liebe hin oder her - schon aus ihrer Natur heraus niemals treu sein könne. Auch seine jetzige Geliebte Cora verdächtigt er der Untreue. Die ständige Ungewissheit, gegen die es seiner Meinung nach kein Mittel gibt, macht ihn nahezu verrückt. Max gibt ihm den Ratschlag, es doch mit der Hypnose zu versuchen. Diese Anregung greift Anatol begeistert auf, bietet sie ihm doch die Gelegenheit, seine Zweifel endgültig auszuräumen. Kaum ist der Entschluss gefasst, kann er auch schon umgesetzt werden: Cora kommt nach Hause und bittet Anatol im Gespräch selbst darum, von ihm hypnotisiert zu werden, eine Bitte, der dieser natürlich gerne nachkommt. Als er sie nun in der Hypnose fragt, ob sie ihn liebe, antwortet sie mit "ja!". Von diesem Erfolg ermuntert, will Anatol auch die Frage nach der Treue stellen, doch es zeigt sich, dass er die Wahrheit doch fürchtet und die vorher von ihm so verfluchten Zweifel an der Treue Coras ihm doch wünschenswerter als eine eventuell für ihn und seinen Stolz unangenehme Wahrheit sind.

Weihnachtseinkäufe
Es ist Heilig Abend, kurz vor der Bescherung. Anatol sucht in der Stadt ein Geschenk für seine momentane Geliebte und trifft dabei Gabriele. Im Laufe des Gespräches der beiden wird deutlich, dass diese eine ehemalige Geliebte von Anatol ist, die sich ihm aber letztendlich wohl verweigerte und nun selbst Gatte und Kinder hat. Als sie erfährt, dass Anatol ein Geschenk für seine momentane Liebe sucht, bietet sie an, ihm zu helfen, ein Vorschlag, den Anatol auch gerne annimmt. Nachdem sie aber erfahren hat, dass Anatols "süßes Mädel" eine Frau aus der Vorstadt ist, also einer niederen sozialen Schicht angehört, schlägt ihre Teilnahme schnell in Spott um.

Episode
Anatol bringt Max einen Karton mit vielen kleinen Päckchen von Briefen und Memorabilia, da er aufs Land gehen, alles hinter sich lassen und sein Leben neu "ordnen" will. Jedes Päckchen enthält als Aufschrift ein kleines Gedicht, eine Blume, Locke oder etwas, was ihn an die Absenderinnen (Anatols verflossene Freundinnen) erinnern soll. Amüsiert sieht Max diesen Kasten durch und findet ein Päckchen mit der Aufschrift "Episode". Dies ist eine Erinnerung an Bianca, eine Zirkusartistin, mit der Anatol vor mehreren Jahren zwei romantische Abendstunden verbracht hat und an die er sich besonders intensiv, als Stunden tiefster Einsicht in das Wesen von "Liebe" erinnert: von keiner vor oder nach ihr meint Anatol so geliebt worden zu sein, während ihm, dem Wissenden, schon beim Erleben diese "Episode" wie in der Erinnerung erschien. Amüsiert hört Max seinen Freund an, wendet allerdings ein, dass ein solcher "Zauberstrom", wie ihn Anatol aus sich heraus produzieren kann, das Objekt seiner Stimmungskunst eher vergisst--er, Max, kannte Bianca recht gut und besser als sein Freund, denn sein Interesse an ihr war rationalerer Natur. Kaum hat Anatol seinen Bericht beendet, als Bianca, die auf Tournee wieder einmal in der Stadt ist, sich bei Max einfindet. Begeistert von der Idee, der "Muse" seiner perfekten Erinnerung wiederzubegegnen und sich in gewisser bestätigt zu sehen, versteckt sich Anatol bei ihrem Eintritt. Doch als er sich nach Kurzem hervorwagt und darauf wartet, überglücklich wiedererkannt zu werden, bleibt die Bestätigung komplett aus: Bianca erkennt den alten Freund nicht, und getroffen verlässt Anatol das Haus. Stellvertretend für seinen Freund Rache nehmend, verweigert Max Bianca zunächst den vertrauten Plauderton alter Tage, wirft das Päckchen mit der Aufschrift "Episode" ins Feuer und lässt sich nur langsam von Bianca in ein Gespräch über ihre jüngsten Abenteuer verwickeln.

Denksteine
Anatol durchstöbert den Schreibtisch von Emilie und findet einen roten Rubin und einen schwarzen Diamanten. Sie hat ihn aufbewahrt, obwohl die beiden alle Erinnerungen an ihre vorherigen Lieben vernichtet hatten. Er befragt sie und sie antwortet zuerst, dass der Rubin von der Kette ihrer Mutter sei. Das ist aber nicht das Wesentliche, denn sie trug dieses Medaillon an dem Abend ihres ersten Mals. Er fragt weiter, warum sie den anderen, schwarzen Stein behalten habe. Sie antwortet, dass er Millionen Dollar wert sei. Er wirft den Diamanten ins Feuer, und sie versucht ihn mit allen Mitteln wieder aus dem Feuer zu bekommen. Anatol verlässt den Raum mit dem Wort "Dirne".

Abschiedssouper
Anatol möchte die Beziehung mit Annie beenden und trifft sich mit Max im Restaurant. Er hat derweil schon eine Andere, die viel bescheidener ist als Annie. Es gibt zwischen Anatol und Annie eine Abmachung, dass bevor sie sich betrügen, Schluss gemacht wird. Annie kommt ins Restaurant und will mit ihm Schluss machen. Anatol erzählt ihr jedoch von seiner Beziehung und dreht es so, dass er die Beziehung beendet habe. Annie verlässt erbost das Restaurant.

Agonie
Anatol und Max sind in Anatols Wohnung. Max verlässt das Haus. Else kommt etwas verspätet zu Anatol. Else ist verheiratet und betrügt ihren Ehemann mit Anatol. Anatol möchte sie für sich alleine haben, mit ihr wegziehen. Doch Else möchte das nicht und muss wieder weg. Sie vertröstet ihn auf morgen.

Anatols Hochzeitsmorgen
Anatol soll heiraten und hat am Vortag seinen Junggesellenabschied gefeiert. Ilona liegt noch im Bett. Zuerst sagt er ihr, dass er zu Freunden ginge und sie nicht mitkommen könne. Dann gesteht er ihr jedoch, dass er zu einer Hochzeit fährt. Anatol verlässt das Haus und fährt zu seiner Hochzeit. Sie schwört Rache, aber Max beruhigt sie.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anatol [Letzter Zugriff: 2009-01-19]
Inhalt:

Die Frage an das Schicksal:
Anatol diskutiert mit seinem Freund Max über das Problem, dass ein Mann niemals sicher wissen kann, ob eine Frau ihm treu ist oder nicht. Er selbst vertritt die These, dass eine Frau - Liebe hin oder her - sc …

Autor: Arthur Schnitzler (AT, 1862 - 1931)

Theater: Düsseldorfer Schauspielhaus (gegründet 1951)

Regie: Patrick Schlösser (geboren 1971)

Bühnenbild: Thomas Schuster (geboren 1967)

Kostüm: Uta Meenen (geboren 1971)

Verlag: S. Fischer Theaterverlag, Frankfurt am Main (Aufführungsrechte)

Datierung: 31.05.2000 (1999/2000)

Spielstätte: Kleines Haus < Düsseldorfer Schauspielhaus < Spielstätten

Institution: Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf (TM Inszenierung)

Objektnummer: TMIN_1999-2000 Düsseldorf14

Klassifizierung: Sprechtheater

Klassifizierung: Neuinszenierung

Permalink: http://www.duesseldorf.de/dkult/DE-MUS-037616/235086

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