Objekte von: Rudolf Braune
Rudolf Braune wurde am 16. Februar 1907 in Dresden geboren. - Er engagierte sich zunächst in der freigeistigen Jugendbewegung, bevor er sich um 1924 der Kommunistischen Jugend anschloss. 1925 gründete er mit einigen Schulfreunden in Dresden die satirisch-politische Zeitschrift: "Mob", die bereits im Juli, nach dem fünften Heft, verboten wurde. Die Redakteure wurden verhaftet und verhört, auch Braune, der inzwischen die Schule verlassen und eine Buchhändlerlehre aufgenommen hatte. Im April 1926 ging er nach Düsseldorf und setzte dort bei der "Buch- und Kunsthandlung Julius Baedeker" auf der Königsallee seine Buchhändlerausbildung fort. Seit 1927 veröffentlichte er, zunächst als Volontär, später als fester Redakteur, Skizzen, Gedichte und Reportagen in der Düsseldorfer KPD-Zeitung "Freiheit", er widmete sich vor allem der lokalen Kulturberichterstattung und verfasste Filmkritiken. In der Folge publizierte er Industrie-Reportagen, politische Lyrik und Glossen auch in anderen linksgerichteten Zeitungen und Zeitschriften, etwa Tucholskys "Weltbühne", im "Tagebuch", der "Linkskurve", der "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung", der "Rote Fahne", aber auch bürgerlichen Blättern wie der "Frankfurter Zeitung" und "Vossischen Zeitung". Daneben wirkte er zunehmend auch als Erzähler und Romanautor.
Sein Thema war die Lage der Arbeiter und kleinen Angestellten, der arbeitssuchenden jungen Leute in der modernen Großstadt. 1928 erschien in der "Freiheit" eine längere Erzählung mit dem Titel "Der Kampf auf der Kille" als Fortsetzungsdruck.
Im Jahr 1930 kam sein erster Roman, "Das Mädchen an der Orga Privat" heraus. Die Publikation seines zweiten Romans, "Junge Leute in der Stadt", erlebte er schon nicht mehr, kurz vor dessen Erscheinen, am 12. Juni 1932 ertrank Braune im linksrheinischen Düsseldorf-Niederkassel im Rhein, als ihn ein Strudel erfasste und abtrieb.