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Stefano della Bella (Radierer*in), Pratolino: Bewohnbarer Baum, um 1658
Pratolino: Bewohnbarer Baum
Pratolino: Bewohnbarer Baum
Foto: Stiftung Schloss und Park Benrath
ObjektnummerBEN.GKM-GR-2008/1

Pratolino: Bewohnbarer Baum

SerientitelAus: Bella, Stefano della: Vues de la villa de Pratolino.
KurztitelPratolino: Bewohnbarer Baum
ObjektbezeichnungGartendarstellung
Radierer*in (IT, 1610 - 1664)
Datierungum 1658
Material/TechnikRadierung auf Papier
MaßeBlattmaß: 25 × 36,9 cm
BeschreibungVesme 838 I (von II)

Das erste Blatt der Folge zeigt einen mächtigen Eichenbaum, dessen Krone durch zwei gegenläufige Treppen begehbar ist, die zu einer im Astwerk angelegten Plattform mit Sitzgelegenheiten hinaufführen. Auf der mit Wasserspielen versehenen Einfassung durch Stufen erschlossener Sockelfläche haben sich weitere Staffagefiguren niedergelassen.
Das Laubwerk der Eiche und der umliegenden Bäume nimmt in reizvollem Hell Dunkel Kontrast nahezu die gesamte Bildfläche ein und schließt den Bildraum nach hinten bühnenartig ab, wie es für mehrere Blätter der Serie charakteristisch ist.


Stefano della Bella
1610 – Florenz – 1664
Sechs Radierungen mit Ansichten
aus dem Park von Pratolino, 1653/ um 1658

Stefano della Bella stammt aus einer Florentiner Künstlerfamilie, nach einer Ausbildung zum Goldschmied und zum Maler wandte er sich der graphischen Kunst zu. In Florenz wurde Lorenzo de’Medici sein Förderer und ermöglichte ihm unter anderem einen mehrjährigen Studienaufenthalt im Rom. Ab 1639 hielt sich della Bella für elf Jahre in Paris auf, wo er Aufträge für den französischen Hof ausführte (vgl. Vollmer, in Kat. Stefano della Bella, 2005, S. 11 13).
Die vorliegende Serie entstand nach della Bellas Rückkehr nach Italien und zeigt sechs Ansichten aus dem Park der Villa Pratolino (ital. Kleine Wiese), nördlich von Florenz. Haus und Park waren im 16. Jahrhundert nach Plänen von Bernado Buontalenti (1536 1608) als Jagdsitz für Großherzog Francesco I. de’Medici (1541 1587) errichtet worden.

Die toskanische Gartenanlage mit ihren ausgefallenen Wasserspielen wurde vorbildhaft für eine Reihe von europäischen Gartenanlagen. Dennoch waren Villa und Park bereits Ende des 18. Jahrhunderts weitgehend zerstört und der Garten wurde in einen Landschaftspark verwandelt. Somit sind della Bellas Radierungen neben der von Giustu Utens um 1599 gemalten Vedute des südlichen Parks und mehreren Zeichnungen Giovanni Guerras auch ein wichtiges dokumentarisches Bildzeugnis der Anlage.

In wessen Auftrag die Serie entstand ist nicht bekannt, es haben sich weder Titelblatt noch Widmung erhalten. Die Radierungen dienten 1742 als Illustrationen zu Bernado Sansone Sgrillis Descrizione di Pratolino (Mack Andrick, Kat. Stefano della Bella, 2005, S. 229).
Gemein ist den sechs Blättern eine nahezu malerische Landschaftsauffassung, die ihre atmosphärische Wirkung zum Großteil aus der flächigen Darstellung von Laubwerk in feinen Sschwarzabstufungen kombiniert mit Lichtreflexen bezieht und auf den Einfluß Rembrandts verweist. Staffagefiguren in eleganter Kleidung beleben die Szenen und dienen gleichzeitig als Größenmaßstab der Attraktionen des Parks, der sich dem Betrachter in der Abfolge der Blätter von Süden nach Norden erschließt (ebd., S. 227).
Klassifikation(en)
Copyright DigitalisatFoto: Stiftung Schloss und Park Benrath
Literatur/QuellenStefano della Bella. Ein Meister der Barockradierung. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung 2005 mit Beiträgen von Jessica Mack-Andrick, Dorit Schäfer und Angela Vollmer, Karlsruhe 2005.
Stempel/ZeichenWasserzeichen: drei Halbmonde waagerecht nebeneinander (Woodward 144)
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