Martina Eisenreich
Im Alter von 15 Jahren wurde Martina Eisenreich als Jungstudentin der klassischen Komposition bei Dieter Acker an der Hochschule für Musik und Theater München aufgenommen. Sie absolvierte den Studiengang Komposition für Film und Fernsehen bei Enjott Schneider sowie Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg.
2007 startete ihr erster Kinofilm "Reine Geschmacksache". Zugleich waren zwei Filme, zu denen sie die Musik komponiert hatte, für den Foreign Film Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences nominiert. "Nimmermeer" gewann den sogenannten Student Academy Award. "Milan" schaffte es ein Jahr später auf die Shortlist für den Kurzfilm-Oscar.
Sinfonische Werke wie die Filmmusik zum Film Mondmann (2006) werden von den Orchestern immer häufiger auch als Konzertmusiken aufgeführt. Es entstehen laufend neue klassische Auftragswerke und Filmmusik auch für internationale Produktionen. Dafür arbeitete sie unter anderem mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg, dem Münchner Rundfunkorchester, Mitgliedern der Münchner Philharmoniker, der Slovak Radio Symphony Orchestra in Bratislava, dem bulgarischen Rousse Philharmonic Orchestra, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und Ensembles der Hollywood Film Orchestras in der Clint Eastwood Scoring Stage der Warner Brothers in Los Angeles. Seit 2016 widmet sich Martina verstärkt der Orchesterarbeit und dem Dirigieren, gefördert von David Newman, Conrad Pope und Angel Velez in Los Angeles. Im Juni 2017 dirigierte sie die Uraufführung ihres Orchesterwerkes Song of the Wind an der Rousse State Opera. Im November 2019 fand in Herford die Uraufführung der Tales of Rhythm statt, einem Auftragswerk der Nordwestdeutschen Philharmonie anlässlich des 100. Geburtstags von Nelson Mandela.
Martina Eisenreich komponierte auch die Musik für zahlreiche Hörspiele wie Tannöd oder Stiller, geprägt durch eine langjährige Verbundenheit zum Regisseur und NDR-Hörspielchef Norbert Schaeffer. Von ihr stammen zudem Kompositionen für namhafte europäische Theaterproduktionen – zum Beispiel Blind Date am Schauspielhaus Graz, Berlin Alexanderplatz in Aachen und das Auftragswerk Brunhilds Welt für die Nibelungenfestspiele in Worms.
Gemeinsam mit dem Schlagzeuger, Sound Artist und Musikproduzenten Wolfgang Lohmeier veröffentlichte sie mehrere eigene Alben und Konzertprogramme. Dabei kommen oft ungewöhnliche Instrumente und Klangspiele zum Einsatz, welche die beiden für eigene Projekte entwickelt haben.
Besonders etabliert sind ihre Auftritte mit dem Martina Eisenreich Quartett / Quintett, Martina Eisenreich & Andreas Hinterseher (Quadro Nuevo), und Lauschgold.
In den letzten Jahren entstand eine enge Zusammenarbeit mit der Filmregisseurin Pia Strietmann und dem Film- und Opernregisseur Axel Ranisch. Für seinen Tatort: Waldlust schrieb sie eine ganze Sinfonie im Auftrag des Südwestrundfunks. Für die Kompositionen zu weiteren Filmen von Pia Strietmann wurde sie für den Deutschen Fernsehpreis 2020 nominiert.
Martina Eisenreich unterrichtet unter anderem an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sie engagiert sich im Vorstand der Deutschen Filmkomponisten-Union und ist Mitglied im Deutschen Komponistenverband und in der Alliance for Woman Film Composers in Los Angeles. Alljährlich setzt sie sich für Benefizkonzerte ein, die vor allem Kinder in Not unterstützen, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk Plan International.
Quelle und weitere Informationen s. https://de.wikipedia.org/wiki/Martina_Eisenreich [Stand: November 2024]