Objekte von: Hermann von Soden
Hermann von Soden studierte an der Universität Tübingen, wo er Mitglied der Verbindung Normannia wurde. 1881/82 war er Pfarrer in Striesen, 1882 bis 1886 Archidiakonus an St. Jacobi in Chemnitz. Ab 1887 wirkte er als erster Pastor an der Jerusalemkirche in Berlin. Zwei Jahre später lehrte von Soden als Privatdozent für das Neue Testament an der Berliner Universität. Im September 1893 wurde er dort zum außerordentlichen Professor und 1913 zum ordentlichen Professor ernannt.
Äußerst großzügige finanzielle Unterstützung erhielt er in den folgenden Jahren durch Elise König, die unter seinem Einfluss vom Judentum zum Christentum übergetreten war. Durch diese Förderung war es von Soden zusammen mit Hans Lietzmann möglich, viele Mitarbeiter in Bibliotheken zu schicken und durch deren Vorarbeiten das Neue Testament mit seiner Entwicklungsgeschichte in vielen Lesarten umfassend darzustellen. Die Ergebnisse mündeten in der umfangreichen Publikation "Die Schriften des Neuen Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt hergestellt auf Grund ihrer Textgeschichte".
Neben seiner wissenschaftlichen Aufgabe widmete von Soden sich ehrenamtlich der Sozialarbeit: Er war Vorsitzender des Berliner Vereins zum Schutz der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung, eines regionalen Vorläufers des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) sowie des Deutscher Jung-Helfer-Bundes.
Als Kirchentheoretiker entwickelte von Soden die Ideen von Emil Sulze weiter, forderte aber ebenso eine Reform der parochialen Strukturen gerade von großstädtischen Gemeinden.
Quelle und weiterführende Informationen s. https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Soden [Stand: Oktober 2024]