ObjektnummerBEN.B 252
Teekanne mit Spiralrelief und Streublumendekor
KurztitelTeekanne mit Spiralrelief und Streublumendekor
ObjektbezeichnungTeekanne
Hersteller*in
Porzellanmanufaktur Frankenthal
(1755-1799)
Datierungnach 1762
Material/TechnikPorzellan, mit Muffelfarben bemalt, Vergoldung
Maße(H x D) (mit Deckel, Maximaldurchmesser): 12 × 17,5 cm
(H x D) (Deckel): 3,2 × 5,6 cm
Durchmesser (Standring): 5,4 cm
BeschreibungKürbisartig, leicht gedrückte Kugelform, nach unten verjüngt und leicht eingeschnürt; gewellter Bandhenkel und leicht gewellter Röhrenausguss; flacher Haubendeckel mit profiliertem ausgezogenem Rand und gedrehtem Astknauf. Schräg gewelltes Spiralrelief auf Wandung, Ausguss und Henkel, Glatt belassene Wandung über dem Standring.(H x D) (Deckel): 3,2 × 5,6 cm
Durchmesser (Standring): 5,4 cm
Blumenarrangements mit Rose, Tulpe, Primel, Ringelblumen und Vergissmeinnicht, auf den Schauseiten der Wandungen und dem Dosendeckel. Streublumen und -blätter auf Teekannenausguss und restlicher Fläche. Rosaviolett staffierte Henkel und Knäufe, Staffierung auch auf Kannenausguss. Goldränder. Farben: Rosaviolett, Eisenrot, Blau, Gelb, Blassgelb, Blaugrün, Braun, Gold. Das Spiralrelief ist der rheinischen Gold- und Silberschmiederei entlehnt, die sich im 18. Jahrhundert an den Augsburger Kaffeekannen orientiert. Die typisch senkrechten Rippen auf Kannenwandungen der Regencezeit sind ab 1760 nach Rokokoart gedreht.
Die „deutsche Blume“ oder auch „Manierblume“ wurde erstmals 1735 in Meißen verwendet und ab 1749 in Straßburg zu der „feinen Blume“ weiterentwickelt. Der Dekor ist einer der ältesten und am häufigsten verwendeten Dekore in Frankenthal bis Ende des 18. Jahrhunderts. Die für diesen Dekor typischen einheimischen Blumen sind entweder als Bouquet zusammengestellt oder als Streublumen auf dem Geschirr verteilt. Neben ihrem dekorativen Zweck verdecken die Streublumen auch Glasur- oder Massefehler.
Bearbeiterin: Magdalena Thormaehlen
Klassifikation(en)
Herstellungsort
Copyright DigitalisatFoto: Walter Klein, Jochen Stapel
Literatur/QuellenBemmann, Hildegund: Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes von 1550 bis 1800, Rheinbach-Merzbach 1992, S. 115 ff.; Meister, Peter-Wilhelm / Reber, Horst: Europäisches Porzellan, Freiburg 1980, S. 274; Beaucamp-Markowsky, Barbara: Frankenthaler Porzellan, Bd. 3: Das Geschirr, München 2014, S. 17.
PublikationenStiftung Schloss und Park Benrath (Hg.): Höfische Kostbarkeiten aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur in der Sammlung von Schloss Benrath, Wettin 2010, S. 128, 130
In Sammlung(en)
Institution
Stiftung Schloss und Park Benrath
Abteilung
Museum Corps de Logis
Stempel/ZeichenBlaumarke: CT (Ligiert) mit Kurhut
Ritzmarke H 2, ein Punkt
Position: Unter dem Boden; Innenseite des Kannenfußes